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24.09.2010 bis 27.09.2010 – Camping-Tour zu norwegischen Fjorden

Diese Aussicht ist doch einfach wunderschön

Das wichtigste vorweg: ES WAR WUNDERSCHÖN!!!!!!!

Mit zum bersten großer Vorfreude packte ich am frühen Freitag meinen Krempel zusammen für die Camping-Tour. Auf meiner To-Do-Liste war die Fahrt zu den Fjorden Norwegens und das dortige Campen eigentlich der Punkt gewesen, dessen Realisierung ich für das unwahrscheinlichste gehalten habe, aber nun sollte dieser Trip, den zu machen ich mir mit am meisten gewünscht hatte, tatsächlich für mich stattfinden. Einfach super!

Wir waren insgesamt an 4 Tagen unterwegs. Die folgende provisorische Karte zeigt unsere endgültigen Reiseziele:

Fotoquelle

Zum Vergrößern der Karte muss man sie nur anklicken. Als erstes schreibe ich jetzt etwas zu den nummerierten Punkten:

I       Hier (ungefähr) befindet sich die Stadt Flåm. Sie liegt an einem südlichen Ausläufer des sog. Aurlandsfjords. 2 Autostunden davon entfernt liegt ein netter Gletscher am sog. Bergsetdalen. Dabei handelt es sich um ein Tal zwischen zwei Bergzügen. Das Tal schlangelt sich zu diesem Gletscher. Wie lange dort noch der Gletscher ist, kann man nicht sagen, aber man sieht – auch an den Bildern die noch folgen – leider sehr gut, dass diese Gletscherfläche regelrecht wegstirbt. Immer mehr von dem vereisten Berg ist begehbar. In 10 Jahren wird es sichtbar noch mehr werden – meine Einschätzung.

II     An dieser Stelle befindet sich die Stadt Bergen. Eine recht große Stadt, die sich quasi auf das Küstengebiet des sog. Byfjord erstreckt. Präziser beschrieben liegt die Stadt auch am Fløyen, auf dem sich eine recht große Aussiehtplattform befindet, die mit einer Steilbahn erreichbar ist. Der Berg ist eine der ersten Adressen für Touristen, die die Stadt besuchen

III   Diese Nummer zeigt auf die norwegische Hauptstadt Oslo. Eigentlich wollten wir nach unserem Besuch in Bergen noch weiter die Küste herunter fahren in Richtung Stavanger, allerdings hatten wir als Insassen von zwei Autos nicht alle Lust auf den 15-Stunden-Trip heimwärts (und das war nur die Einschätzung des Navigationssystems) und nach dem Tag in Bergen wurde am Abend erst festgestellt, dass für die Strecke entweder weitere 15 Stunden Landweg zu überqueren wären, oder 6 Fähren zu erwischen wären, die einfach nicht mehr zu erwischen waren. So wurde sich entschlossen, gemeinsam in Richtung Oslo zu fahren, vor der Stadt zu campen und am nächsten Tag in die Stadt reinzugehen und anschließend heimzufahren.

Unsere Route ging also folgendermaßen:

1. Borås > Flåm (~11 Stunden)

2. Flåm > Bergsetdalen (~2 Stunden)

3. Bergsetdalen > Bergen (~7 Stunden)

4. Bergen > Oslo (~9 Stunden)

5. Oslo > Borås (~6 Stunden)

Ich kann nicht ausschließen, dass die Zeiten frei von Fehlangaben sind, aber ich denke schon, dass das alles so stimmt. Die Zeiten wirken nicht alle verhältnismäßig, aber oft fuhr man so lange um Berge herum und auf selbige rauf, dass man ohnehin jedes Gefühl für rationale Fahrtzeiten verlieren muss.

24.09.2010

Sachen packen und ab ins Auto

Freitag bin ich gegen 10 Uhr aufgestanden, um noch genug Zeit zu haben, meine Sachen zu packen und gut zu essen, bevor es dann in ein kulinarisch eher ungewisses Wochenende geht. Das Aufstehen fiel mir unheimlich schwer, weil ich wieder am Abend vorher im X&Y war und bei mir ja wieder eine „Köttbullar-After-Party“ stattfinden musste. „Selbst Schule“ hab ich zu mir gesagt und hab nach einem Frühstück, dass aus reichlich Tee und BWK’s bestand (das ist noch Bundeswehr-Jargon und bedeutet „Brot Wurst Käse“) erstmal alles auf mein (übrigens gemachtes) Bett geschmisse, was ich in meinem Zimmer fand und wovon ich glaubte, es sei sinnvoll. Schon jetzt dürfte jedem klar sein, dass meine Vorbereitungen vor diesem Moment ausschließlich aus Einkäufen bestanden haben können. Wie dem auch sei, als mein Bett dann am Ende dieser Sammel-Aktion viel zu voll war, fing ich an, verschiedene Sachen wieder wegzutun. Beispielsweise hatte ich als Reserve-Kleidung nur eine Nato-Rolle behalten (also ein gesamtes Outfit in einer Hose eingerollt) oder von den Getränkeflaschen so viele zurückgelegt, dass nur noch 3 übrig blieben. Ich dachte mir, dass man bei Bedarf ja die Flaschen behalten und in den Flüssen wieder auffüllen konnte – was letztlich auch hervorragend funktioniert hat. Am Ende des „Sachen Packens“ stand ich dann mit meiner Schultertasche, zwei Einkaufstaschen und meinem Schlafsack voll abfahrbereit (glaubte ich) in meinem Zimmer, griff alles und machte mich auf zum Auto, wo einige andere schon waren, was ich aus einem meiner Zimmerfenster gut sehen konnte. Am Auto angekomen erwartete mich ein bereits voller Kofferraum. Manchmal hab ich ja meine hellen Momente und bei dem Anblick hatte ich wieder einen. Ich wies Martin an, die Hutablage seines Peugot 207 für das Wochenende in seinem Zimmer unterzubringen. Er stimmte (natürlich) zu und schon war wieder etwas mehr Platz. Zumindest war es genug für meine Taschen. Und wie wir da so standen, fiel mir immer wieder ein, was ich dann doch noch vergessen hatte. Hierzu zählten Zahnbürste, Duschgel und Kopfkissen. Das Kopfkissen war letztlich nicht notwendig, weil Martin für sich und mich schon welche hergebracht hatte, aber dass ich beim Zusammensuchen meiner Sachen nur mein Zimmer in Betracht zog und das Badezimmer praktisch außen vor gelassen habe, war mir schon irgendwie peinlich. Immerhin war noch genug Zeit, diese Sachen zu holen und schon waren wir abfahrbereit. Der Kofferraum sah dann so aus:

Zu diesem Anblick ist anzumerken, dass die Fußräume noch mit diversem Zeug wie Trinkflaschen nicht vollständig für unsere Füße zur Verfügung standen! Dennoch waren wir alle voller Tatendrang und zwängten uns in die Autos, um dann mit etwa einer halben Stunde Verspätung zum eigentlichen Zeitplan zu starten (geplant war 13:30, realisiert wurde ~14 Uhr).

JUHU! Wir fahren nach Norwegen!

Schnell wurde klar, dass mein Sitz im Auto (hinten in der Mitte) für mich zur reinsten Hölle werden würde, weil ich – wen wundert’s? – zu breit für den Notsitz in einem Kleinwagen war und sich die Schlösser der Anschnallgurte von beiden Seiten in meinen Allerwertesten bohrten. Ich versuchte klaglos mein Schicksal zu ertragen, aber oft sah es dann einfach so aus, wie der Erik es mal in dem nebenstehenden Schnappschuss festgehalten hat. Kerstin (auf dem Foto links wollte zudem eigentlich schlafen und das möglichst bequem (bevor es für sie in kalte Zelte gehen sollte…) und machte keine Anstalten, mich als Lehne zu missbrauchen, sodass ich irgendwann – ob ich wollte oder nicht – die Verena an ihre Tür drückte. Aber was klage ich hier? Wir saßen mit 5 Leuten in einem Kleinwagen und die zwei breitesten Leute von uns (Kerstin und ich) saßen hinten. Wir müssen ja bescheuert sein. Im Nachhinen war ich dankbar, dass es mir irgendwann gelungen war, einzunicken. Mein Kopf belegt mein Verrutschen Richtung Verena. Er befindet sich, wie das nächste Foto zeigt bereits zwischen meiner und ihrer Kopfstütze. Wer sich das Foto ansieht, kann schon erahnen, wie wenig Platz die Verena auf ihrer Seite noch hatte. Zum Glück hat sie nicht geklagt, sonst hätte ich Kerstin platztechnisch wirklich weh tun müssen. Irgendwann hinter Göteborg aber noch auf schwedischem Boden machten wir die erste Pause, ohne allerdings einen Fahrer- oder Sitzwechsel zu vollziehen. An dieser Stelle waren wir erstmal hinter dem Zeitplan des Navigationssystems, weil wir in Göteborg, durch das uns selbiges eigentlich gar nicht leiten sollte, eine gute Weile im Stau standen. Die meiste Zeit dieser „Phase“ hab ich aber verschlafen. Mein Glück!

Nach besagter Pause fuhren wir natürlich weiter und weiter und weiter. An der Grenze zu Norwegen sahen wir verlassene Einrichtungen, die früher zu Grenzkontrollen genutzt wurden (oder vielleicht immer noch genutzt werden, nur war am Freitag dann jeder im Urlaub). Wenige Meter später durften wir dann auch gleich das erste Mal Maut für die Autobahn zahlen. Beim Einschieben meiner Kreditkarte durfte ich dann gleich feststellen, dass diese nicht funktioniert hat. Bevor ich vergesse, das später zu erwähnen: sie funktionierte nirgendwo in Norwegen, was mich den ganzen Aufenthalt über besorgt hat, denn wenn diese in Schweden nach der Rückkehr auch nicht funktionieren sollte, würde ich große Probleme bekommen. In Borås ging sie aber wieder.

Weiter im Text: Wir fuhren den ganzen Tag bis spät in die Nacht durch uns unbekanntes Gebiet, blind einem Navigationsgerät folgend. Eine andere Wahl hatten wir in Ermangelung guten Kartenmaterials auch nicht. Es lotste uns aber die meiste Zeit über hervorragend durch die Gegend. Wir haben uns nie verfahren und kamen immer an. Nachdem Martin irgendwann nicht mehr fahren konnte, übernahmen erst Eric, dann Kerstin und für die Schlussetappe (~2,5 Stunden) dann ich. Auf meiner Tour waren wir auch im längten Straßentunnel der Welt, unter einem Fjord, wie ich später erfahren habe. Mir wurde beim Fahren irgendwann nur bewusst, dass ich jetzt schon ziemlich lange durch einen Tunnel fuhr (etwa 20 Minuten mit 70 km/h). Am nächsten morgen teilte der Benny mir mit, dass es der längste war, den es momentan für Autos gibt. Sein Name lautet Lærdalstunnel. Man kann den Namen anklicken und kommt dann auf einen Wikipadia-Artikel zu selbigem mit einigen Bildern. Wer lieber unsere Bilder sehen möchte, der schaltet besser nicht um:

In so einem Tunnel weiß man natürlich nie, ob gerade Tag oder Nacht ist und in diesem Tunnel weiß man es angesichts des Tempolimits eine ganze Zeit lang nicht.

25.09.2010

Ankunft in Flåm und unsere 1. Übernachtung

Nachdem wir aus dem Tunnel raus waren, sollten es nicht mehr viele Kilometer nach Flåm gewesen sein und tatsächlich waren wir etwa 10 Minuten nach Verlassen des Tunnels schon in der Stadt. Sie bzw. ihr Stadtkern liegt umrandet von Bergen an einer kleinen Seeplatte (wunderschön!), besteht – wie wir am nächsten Morgen bei Tageslicht sahen – vornehmlich aus Holzbauten und hatte einen Cmapingplatz, dessen Rezeption bei unserer Ankunft, die übrigens irgendwo zwischen 2 und 3 Uhr in der Früh lag, natürlich schon geschlossen war. Unser Ziel war es ohnehin, freie Flächen zum Campen zu suchen, da wir bereits wussten, dass Campingplätze in Norwegen unheimlich teuer sein würden. Wir wussten da noch nicht, was für ein Preisniveau uns in jeder anderen Hinsicht erwarten sollte… Dennoch gilt in Norwegen das gleiche Recht wie in Schweden, was das Campen angeht. Es ist erlaubt, so lange man niemanden stört und so lange es nicht explizit verboten ist. Das bedeutet, dass wir überall schlafen durften, wo niemand uns von seinem Haus aus sehen konnte (sicherheitshalber 1 Km). Irgendwann hat man sich offenbar auf diese Faustregel zur Einschätzung, ob man an einer Stelle campen darf oder nicht, geeinigt und wendet diese landesweit an.  In Flåm selbst fanden wir dann einfach keine Fläche, auf der wir hätten campen können und so fuhren wir die nähere Umgebung ab, so weit uns die Straßen führten. Nach etwa einer halben Stunde, in der ich auch den anderen (vorfahrenden) Wagen kurz verlor fanden wir eine breite Stelle am Straßenrand, die uns geeignet erschien. Die Straße war gesäumt von hohen Bergzügen und die auserkorene Stelle nahe an einem Flüsschen. Trotz der Dunkelheit konnten wir nicht nur hören, sondern auch mit unseren Augen erkennen, dass aus den Bergen mehrere Wasserfälle kamen. Wir befanden den Platz für geeignet, begannen mit dem Aufbau der Zelte, stellten beim Versuch, die Heringe in den Boden zu rammen fest, dass dieser eigentlich zu steinig war, rammten sie dann einfach so weit wie irgendwie möglich in den Boden und pfiffen drauf und gingen eigentlich dann auch schlafen. Sascha und Benjamin im Kofferraum des Passat, Martin und ich auf den Vordersitzen des Peugot und der Rest (Kerstin, Verena, Inma, Eric, Donny und Freddy) in ihren drei 2-Mann-Zelten. Ich machte es mir also – wie gesagt im Peugot so bequem wie möglich und ahnte nichts davon, dass das meine vorerst bequemste Nacht werden sollte:

Aufgewacht bin ich so gegen 8 Uhr schon wieder. Diese Nacht war also nicht mit außergewöhnlich viel Schlaf gesegnet, wie es die Nächte in Borås für gewöhnlich waren. Dort schlief ich aber aus Mangel an Alternativen vor allem die erste Zeit sehr viel. Wie dem auch sei, einigen Schlaf hatte ich ja auch auf der Fahrt schon bekommen und nun sollte unser erster richtiger Tag in Norwegen, genauer gesagt i Flåm beginnen.

Die Zeit in Flåm und unser Ausflug zum Gletscher

Nachdem wir gefrühstückt, die Zähne geputzt, die Zelte abgebaut und versteut hatten und die Herren der Schöpfung (JA!) wild gepinkelt hatten, fuhren wir einen Teil der zurückgelegten Strecke wieder zurück in die Stadt Flåm, in der wir auch schon auf unserer Hinfahrt kurz waren:

In der Stadt selbst ging Inma mit schnellem Schritt vorweg, geradewegs zum ihr womöglich bereits bekannten Touristenbüro (4. Foto oben) und erkundigte sich bei dem anwesenden „Berater“ nach Preisen und Orten für Kajak-Touren. Hier wurde uns zum ersten mal klar, wie teuer Norwegen eigentlich ist. Anderen wurde es vielleicht beim Tanken schon aufgefallen, aber der Wert von norwegischen Kronen war mir gar nicht bewusst. Inma teilte uns die Preise für Kajak-Tour und die alternative Bootsfahrt durch das Fjord in Euros mit und da stockte uns schon gleich der Atem. Pro Stunde, Boot und Person sollte die Kajak-Tour 50 € kosten und an den Preis der Bootsfahrt kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Ich weiß nur noch von dem Stechen in meiner linken Brust beim Hören des Preises, dass dieser nochmal dramatisch viel höher liegen musste. Dazu kam, dass die Bootsfahrt uns nicht wieder in Flåm „ausgespuckt“ hätte, und wir mit einem Bus wieder zurück hätten fahren müssen. Nach langem Überlegen entschieden wir uns dann dazu, etwas kostenloses zu machen, nämlich zum nächstgelegenen Gletscher zu fahren und zu selbigem hin zu wandern.

Auf dem Weg zum Gletscher hielten wir in einer „besseren Parkbucht“ (,in der jemand sein kleines Häuschen hat), um von der Landschaft mal explizit einige Fotos zu machen. Zu der Landschaft kann man ja immer wieder nur sagen: „Wahnsinn, Traumhaft, Unglaublich herrlich!“:

Nach diesem Foto-Stopp ging’s weiter für uns in Richtung Gletscher. Die Straße zwang uns noch einem weiteren kleinen Stopp, weil wir einen Fluss mit einer Fähre zu überqueren hatten und erstmal auf diese warten mussten. Wieder wurden Fotos gemacht und das gleiche erfolgte (aus Mangel an alternativen Beschäftigungen und wegen der herrlichen Aussicht) auch auf der Fähre selbst:

Nach dem Übersetzen mit der Fähre fuhren wir wieder eine ganze Weile, meistens bergaruf, denn wir wollten ja zu einem Gletscher. Vereinbart war, dass wir vorher irgendwo ein Plätzchen suchen, wo man ein kleines Feuer machen könnte, und fanden ein solches quasi am Straßenrand, etwas von einem Parkplatz entfernt. Dieses sollte zur Aufwärmung einiger Konserven (Ravioli im wesentlichen), zum „Toasten“ von Brot, zum Grillen von Würstchen und natürlich zum Kochen von Suppe herhalten. Das Kochen der Suppe dauerte natürlich am längsten, dafür hatten wir – in diesem Fall Martin und ich – eine ordentlich zubereitete Suppe gegessen. Nach dem Anbraten von Zwiebeln in Fett (im Topf natürlich) gaben wir Wasser hinzu, warteten bis es kochte, schmissen einen Brühwürfel hinein und die zuvor in Stückchen geschnittenen Kartoffeln und warteten bis die Kartoffeln durch waren. Als das geschehen war, konnten wir die Suppe essen. Alle anderen hatten mehr oder weniger schon aufgegessen und ich hatte während der Zubereitung mit Martins Kamera einige Bildchen vom Wasserfall auf der anderen Straßenseite gemacht.

Nach dem Essen fuhren wir weiter und kamen irgendwann an dem Parkplatz an, der dem Gletscher am nahsten war.  Von dort aus, begannen wir mit unserer Wanderung durch das Tal, das zwischen dem Parkplatz und dem Gletscher lag. Relativ früh auf diesem Weg konnte man eine interessante kleine Insel in einem Flüsschen sehen. Ich dachte mir erstmal, dass ich da drauf muss, anschließend, dass der Weg zurück, schwer bis unmöglich aussieht und dann, dass ich auf den Rückweg eine andere Sicht habe, wenn ich erstmal drauf bin. Was folgte war, dass ich auf die Insel über Steine sprang, die aus dem Fluss ragten, feststellte, dass diese, obwohl sie trocken aussahen, glitschig waren, wie nur was und der Rückweg von der Insel aus, noch schlechter aussieht, als schon vom ursprüngichen Blickpunkt aus betrachtet. Leicht sorgenvoll überlegte ich mir, was ich tun könnte, und sprang auf glitschige Steine. Beim Erreichen des ersten waren schon Schuhe samt Socken komplett durchnässt, weil ich gleich vom Stein abgerutscht bin. Ich konnte mich auch kaum auf diesem Stein halten, weil ich nur am wegrutschen war. Freddy gab mir dann von „seinem Stein“ aus seine Hand und half mir dann aber rüber. Und jetzt das beste: Sascha war mit mir rübergejodelt hätte wohl keine Chance gehabt, die von mir komplett benässten glitschigen Steine auch noch zu passieren. Er ging weiter auf der Insel Richtung Gletscher und fand einen „Landweg“ von der Insel runter, der im Nachhinen – da seine Schuhe nachher noch mehr oder weniger trocken waren – wohl die um Längen langsamere aber letztlich doch bessere Alternative war.

Zurück auf dem Pfad zum Gletscher gingen wir dann einfach weiter, wobei mein rechter Schuh im Sonnenlicht wahnsinnig schnell trocknete und der linke aus irgendeinem Grund gar nicht trocknete. Ich war allerdings selbst schuld und ignorierte das ständige „pf“-Geräusch, das mein linker Schuh so machte. Irgendwann war der Pfad dann ohnehin so breitflächig von winzigsten Bachläufen durchwässert, dass beide Schuhe wieder von Neuem gut eingenässt wurden. Dennoch kamen wir dem Gletscher frohen Mutes immer näher, wobei an manchen Stellen einige den Weg abbrachen, um vor Einbruch der Dunkelheit durch Verschwinden des Sonnenscheins hinter den Bergkuppen, wieder bei den Autos zu sein. Auch diejenigen, die weiter gingen, trennten sich nach und nach, weil das Tempo von uns doch sehr unterschiedlich war. Wieder getroffen hatten wir uns an einem Schild, das auf Gefahren am Gletscher hinweist und dass der Pfad, den wir gingen, hier offiziell zu Ende sei und das Weiterlaufen auf eigene Gefahr erfolge. Wir wollten nun aber das Eis berühren und gingen daher weiter. So gefährlich sah das dann auch wieder nicht aus, was man auf den nächsten Metern sehen konnte, aber dennoch war große Vorsicht geboten. Das bekam ich dann auch nachhaltig zu spüren, als ich auf einem großen Stein, der mein Gewicht eigentlich problemlos tragen kann, aber offenbar permanent unterspült war, steigen wollte, um mit der Überquerung eines weiteren der unzähligen Bachläufe und Flüsschen in Gletschernähe zu beginnen. Ich beschleunigte den Stein beim Abrutschen so heftig, dass eine Kante mir gegen das Knie schnellte und mein Knie den Stein (bestimmt 60 Kg) leider ungebremst in den Fluss lenkte. Ein wenig unter Schock stehend und besorgt, dass meine Kniescheibe grade gebrochen sein könnte stützte ich mich grade noch ab und sah unter meinem rechten Arm hinweg den Benny, der mich durchaus erschrocken ansah und gleich fragte, ob alles in Ordnung wäre. Nun ja, meinem Knie zufolge hätte ich gleich „nein“ sagen können, aber ich meinte erstmal nur, dass ich wohl nicht weiter gehe und mien Knie checke. Die Kniescheibe fühlte sich ganz an aber unter der Haut hatte ich schon einen recht ansehnlichen Bluterguss. Um die Geschichte jetzt aber nicht schlimmer klingen zu lassen und mir anhören zu müssen, ich wäre ein Weichei, kürze ich die Erzählung damit ab, dass mein Knie ganz geblieben war und es bei dem Bluterguss und einem leichten Ziehen im Knie nach langer Ruhepause (z.B. durch längeres Sitzen) für die nächsten Tage blieb. Ich weiß noch, dass ich einige Tage nach unserer Rückkehr erst mit der Susan mal Laufen gegangen bin und da schon alles wieder in Ordnung war. Was das Berühren des Eises angeht: die anderen hätte etwa 2 Meter davor (so hörte ich es zumindest) auf einem recht steilen Hang über einen weiteren Fluss, oder besser Wasserfall springen müssen und hatten sich das dann lieber gespart. Ein Bier am Gletscher zu trinken ließen sie sich aber (natürlich) nicht nehmen. Auf dem Rückweg hatte ich noch einige Meter weit einigen Vorsprung aber irgendwann war mir dann nach meinem Thunfisch und so saß ich mich in Begleitung von Erik erstmal am Pfad hin, aß meinen Fisch und wartete praktisch auf die anderen. Zurück ging’s dann – auch aufgrund nachlassenden Ziehens im Knie – doch recht zügig. Mir kommt der Weg zurück ja eh immer deutlich kürzer vor, als der Weg hin, aber hier war es besonders „schlimm“. Am Parkplatz angekommen ergab die Planung des weiteren Vorgehens erstmal ein Barbecue direkt auf dem Parkplatz und die anschließende Weiterfahrt nach Bergen mit dem Ziel, irgendwo vor Bergen ein schönes Plätzchen zum Campen zu finden.

Abfahrt vom Gletscher in Richtung Bergen

Auf dem Weg nach Bergen schliefen in unserem Auto eigentlich die meiste Zeit alle, außer dem jeweiligen Fahrer. Ich auf dem Beifahrersitz hab‘ jedenfalls erst wieder gemerkt, dass die Fahrer rotierten, als ich schon dran war und meinen Beifahrersitz zwecks Übernahme des Steuers räumen sollte. Ich weiß noch, dass wir irgendwann auch auf einer Fähre waren, aber davon habe ich vor lauter Müdigkeit nicht viel mitbekommen, außer der Tatsache, dass wir auf einer waren.

26.09.2010

Irgendwann zwischen 1 und 2 Uhr in der Früh übernahm‘ ich das Steuer, als wir eine Pause einlegen mussten, damit Donny und Sascha erstmal den Alkohol, den sie in großen Mengen einnahmen, lecker wieder reziprog durch den Kopf gehen lassen konnten. Wenn ich mich recht erinnere, dann erledigten die beiden neben unzähligen Bieren eine Flasche Gin und fingen zur Sicherheit auch eine mit Ouzo an. Auf jeden Fall hab ich – wie gesagt – bei dieser Pause das Steuer übernommen und fuhr mal wieder Berge rauf und Berge runter, schließlich fuhren wir ja so ungefähr an der Westküste Norwegens gen Süden und diese Gegend ist ja von Fjorden gezeichnet und zu diesen gehören nun einmal Berge.

Ankunft vor Bergen und unsere 2. Übernachtung

Vor Bergen suchten wir erstmal nach einer Gelegenheit zum Campen, wurden allerdings nach mehreren kleinen Irrfahrten einfach nicht fündig. Völlig erledigt beschlossen wir, einfach auf einem Stück Land zu parken und allesamt im Auto zu schlafen:

Wie ich bereits erwähnte, hatte ich meine beste Nacht schon hinter mir. In dieser wurde ich das erste mal geweckt, weil Erik hinten meinte sein Bein wäre eingeschlafen und er müsse „mal eben raus“. Für alle Leser, die nicht wissen, wer Erik ist: den den drei Fotos über diesem Absatz ist es der Bub ganz links mit dem Sonnenschein im Gesicht. Bei seinem Versuch, eine der beiden Nachbarinnen von ihm zu wecken, um aussteigen zu können, wurde glaub‘ ich das ganze Auto wach. Dann zog es noch einmal kalt ins Auto rein und beim wach werden, spürte ich, dass meine Beine dank der eher ungünstigen Schlafposition total verrenkt waren und krampften. Diese Krämpfe ließen mich dann den Rest der Nacht immer wieder aufwachen und versuchen, meine Sitzposition irgendwie zu optimieren – ohne Erfolg. Ich wachte permanent auf. Wie der nächste Morgen vor Bergen dann aussah, zeigen die nächsten 4 Bilder.

Nach dem üblichen Frühstücken und Zähne putzen ging es diesmal praktischerweise ohne Packen weiter nach bergen, bzw. in die Stadt rein, denn weit von selbiger weg, haben wir ja nicht geparkt. Wenn es hoch kommt, dann waren es 2 Stunden, aber ich bin mir recht sicher, dass es nicht viel mehr als eine gewesen ist.

Die Zeit in Bergen und unsere Fahrt auf den Fløyen

In Bergen selbst haben wir relativ schnell zwei aneinander grenzende (kostenose) Parkplätze praktisch in der Innenstadt bekommen. Besonders verwunderlich war das vielleicht angesichts der Tatsache, dass es sich bei dem aktuellen Tag um einen Sonntag handelte nicht, aber dass die Plätze kostenlos waren, freute uns schon sehr. Als erstes machten wir uns auf die Suche nach einem Hallenbad, damit wir mal duschen konnten. Dank Kerstin, die irgendwelche Passanten nach dem Weg befragte fanden wir eines etwa 5 Minuten von den Autos entfernt. Bei der Kassiererin des Hallenbades erfuhren wir dann, dass wir keine Tickets für’s Schwimmen kaufen konnten, weil heute ein Wettkampf dort stattfand. Unsere Strategie war es, Tickets für die Schwimmhalle zu kaufen, die Duschen zu benutzen udn gleich wieder zu gehen. Als wir der Kassiererin dann erklärten, dass wir Camping-Touristen wären und nur die Duschen hätten benutzen wollen, gewährte sie uns sogar freien Eintritt. Erfreut von diesem Entgegenkommen duschten wir uns trafen uns alle zusammen etwa 30 Minuten später wieder im Eingangsbereich des Schwimmbades.

Nach unserer Rückkehr zu den Autos luden wir unser Handgepäck so um, dass wir den Tag in der Stadt hätten verbringen können, ohne zu den Autos zurückgehen zu müssen. Schließlich weiß man ja nie, wohin es jemanden letztlich verschlägt, und wie lange man dann weg ist. Wir gingen alle zusammen erstmal unbewusst Richtung Küste, um den von Inma als berühmt geltenden Fischmarkt zu suchen und wurden gleich vom ersten angesprochenen Einwohner darauf hingewiesen, dass wir in die völlig falsche Richtung liefen, es aber – wenn wir erst einmal umgedreht hatten – keine nennenswerte Entfernung sein sollte. Tatsächlich war der Fischmarkt zumindest an diesem Sonntag keine auffällige Veranstaltung. Lediglich zwei unscheinbare Zelte und wenige Fischstände in Anhängern wiesen darauf hin, dass hier vielleicht an Werktagen ziemlich viel Fisch über die Theke geht. Wir wanderten im Prinzip dran vorbei und an einer Hafenstraße entlang, die an der bewohnten Seite von alten Häusern gesäumt war, deren Statik im Laufe der Zeit merklich gelitten hatte. Hinter den Häusern marschierten wir – da es schon bald Mittagszeit war – erstmalbergauf, in der Hoffnung, einen Supermarkt mit was leckerem zu Essen zu finden. Alles was wir fanden waren jedoch kleine Seitenstraßen und ein Supermarkt, der Sonntags zu hatte. So etwas ist natürlich völlig unschwedisch, allerdings waren wir ja in Norwegen und da kann das ja durchaus mal passieren. Beim bergab Laufen fanden wir dann einen Supermarkt, der tatsächlich Sonntags geöffnet hatte und zudem Preise im Markt drin, die einem die Haare zu Berge stehen lassen. Eine kleine Dose mit „Mexican Salad“ (Thunfisch, Mais, Paprika) kostete dort stolze 3 €. Ich entschied mich dazu, mir meinen Salat selber zu machen und wanderte in Begleitung von Verena zum Auto zurück, griff mir dort meine Dose Thunfisch, öffnete eine Dose Mais und mischte das ganze zu einem Mexican Salad für Arme (weil ja die Paprika fehlte). Verena aß (kalte) Ravioli aus ihrer Dose und reichte mir den Rest, den sie nicht zu Ende essen konnte. So hatte ich auch mal Fleisch gegessen an diesem Wochenende. Danke Verena!

Nach dem Essen trafen wir uns alle wieder und beschlossen, gemeinsam auf eine Aussichtsplattform auf dem Fløyen mit einer Steilbahn zu fahren. Die Aussicht sei herrlich, hieß es und die Preise für die Fahrt wohl ganz ok. Das einzig nervige war, dass man Schlange stehen musste. Aber schließlich war Sonntag, viele Norweger hatten frei und wollten etwas mit ihren Kindern unternehmen und so standen wir da in der Schlange zur Steilbahn und fuhren nach einer Weile dann etwa 10 Minuten lang hinauf auf den Berg:

Oben angekommen genossen wir die schöne Aussicht, ruhten uns eine ganze Weile auf der Sonnenterasse aus, schossen Fotos vom Anblick, der sich uns bot und wanderten ein wenig auf dem Gipfel umher. Ich hab auch den Verdacht, dass viele Norweger, sich den Gifpel als Ziel ihrer Laufeinheiten vornehmen. Viele Häuser habe ich auf dem Weg, den die Steilbahn zurückgelegt hat, eigentlich nicht gesehen und oben waren dann auffällig viele Leute in Sportkleidung unterwegs. Wenn diese ganzen Leute, tatsächlich immer mal wieder diesen Fløyen hinauflaufen, dann alle Achtung vor den „Kletterfähigkeiten“. Wie dem auch sei, neben der Aussichtsterasse gab es oben noch ein großes Restaurant (mit kostenlosen Toiletten!!!), einen großen Spielplatz für die Kinder, der auch recht gut gefüllt war, mindestens einen Souvenirshop und kleine Imbiss-Buden im gleichen Haus, in dem auch der Souvenirshop war. Donny besorgte sich auch in diesem einige Andenken, zB einen Norwegen-Flaschenöffner und einen Elch-Kugelschreiber.

Nachdem wir wieder nach Bergen „runter“ gefahren sind, suchten wir nach einem Café mit WLAN, damit einige von uns nach der besten Route nach Stavanger schauen konnten. Nach langem und vergeblichen Suchen und ein paar Minuten am Stadtteich (Foto unterhalb der norwegischen Fahne über diesem Absatz), begaben sich unsere suchenden ins nahe gelegene Radisson Blu Hotel, um dort im Foyer das WLAN zu nutzen, was ihnen nach vorherigem Fragen offenbar erlaubt wurde. Andere gingen zu McDonalds, um sich ihr lang ersehntes Eis zu holen und wieder andere, d.h. Martin und ich warteten am Brunnen vor dem Hotel darauf, dass etwas passierte. Zugegeben, mittlerweile waren wir schon etwas geschlaucht (ich zumindest) und diese Zeit nutzte ich zum gemütlichen Dösen am Wasser.

Während Mitglieder der VW-Besatzung noch nach einer Route nach Stavanger suchten, von wo aus es mindestens 15 Stunden Heimfahrt werden würde versammelte sich mittlerweile die gesamte Peugeot-Mannschaft am Brunnen und beschloss, wie vorher schon vereinzelt gewünscht, nicht weiter nach Stavanger zu fahren, sondern in Richtung Heimat aufzubrechen, wenn die anderen Bergen verlassen, weil 15 Stunden (im besten Falle), einfach zu viel Fahrt auf einmal werden würden in dem Auto. Nichts gegen Martin’s Peugeot, aber 15 Stunden wären in dem Auto für alle, die hinten sitzen zu viel am Stück geworden. Unser Plan war es, in Richtung Oslo aufzubrechen, bei schönem Wetter etwas Zeit in der Stadt zu verbringen, sie zu besichtigen quasi, und anschließend wieder weiter heimwärts zu fahren. Als die anderen das Hotel verließen gab es schlechte Neuigkeiten aus Sicht der Erreichung Stavangers. Das Problem an der Route war, dass der kürzeste Weg das sechsmalige Übersetzen mit Fähren erfordern würde und der alternative Landweg seine eigenen 15 Stunden dauern würde. Das war auch für die VW-Mannschaft dann zu viel und so beschlossen wir nach langem zögern, wozu es als einzig sinnvolle Alternative zu kommen hatte, nämlich dass wir alle gemeinsam in Richtung Oslo aufbrechen und den letzten freien Tag eben dort verbringen.

Abfahrt aus Bergen in Richtung Oslo und unsere 3. Übernachtung

Da es noch hell war und das Wetter einfach dazu einlud, entschlossen wir uns, sobald wir Bergen und seine Vororte verlassen würden, nochmal ein Barbecue zu machen. Irgendwo auf einem kleineren Parkplätzchen, auf dem vielleicht 4 Autos Platz finden würden stellten wir die Autos ab und machten erneut ein Lagerfeuer. Diesmal stiftete der Freddy für die Suppe, die Martin und ich wieder kochen wollten seine Köttbullar-Vorräte, so dass wir am Ende eine richtige Fleischklösschen-Suppe gekocht haben. Begonnen hatte die Zubereitung auch wieder mit dem Schneiden von Kartoffeln und Zwiebeln, dem Anbraten der Zwiebeln und anschließendem Kochen von allen Zutaten im Wasser, das diesmal richtig schnell aufkochte. Das bedeutet, dass das Feuer diesmal deutlich besser war oder zumindest der Topf darauf eine bessere Position hatte. Die Suppe war diesmal richtig schnell fertig. Neben der Suppe gab es ein richtiges Festmal. Viele Fleischreste, die noch da waren, wurden verbraten und so hatten wir mehr als genug Bratwürstchen, gebratene Köttbullar, besagte Fleischklösschensuppe und dazu verschiedene Salate (da wusste ich dann auch, wozu ich mal eine Paprika eingesteckt hatte) und Brotkreationen. Wir hielten uns mindestens zwei Stunden am Feuer auf und erzählten uns nach dem Essen, während wir um das Feuer herum standen, Geschichten aus unseren Leben. Als dann irgendwann die Kälte vom mittlerweile stark abgekühlten Nachtboden durch meine Schuhsohlen an meine Füße herankam und mir spürbar kälter war, wurde passenderweise beschlossen, weiterzufahren, so dass wir alles einpackten, das Feuer löschten und und weiter auf den Weg nach Oslo machten. An diesem Part behielt Martin noch das Steuer. Ich glaube, dass ich relativ schnell eingeschlafen bin und irgendwann schon wieder plötzlich der Erik am Steuer saß. Nach meinem Aufwachen quasselte ich den Erik, der mittlerweile wieder am Steuer saß voll, um mich selbst für das anstehende Stück Fahrt wach zu bekommen. Während ich dann fuhr, passierten wir eine alte Vikingerkirche, die in der Nacht von Außen komplett beleuchtet wurde und bei ihrem Anblick dachte ich mir nur, dass ich diese in irgendeinem Buch oder im Internet auf jeden Fall schon mal gesehen hatte und fragte mich, ob wir nicht grade unglücklicherweise an einer absolut sehenswürdigen Sehenswürdigkeit einfach vorbeigefahren sind. Ich hatte mir mal die Mühe mit dem Versuch gemacht, zu recherchieren, was denn das für eine Kirche war, allerdings konnte ich sie im Internet nicht ausfindig machen. Auf jeden Fall chauffierte ich 4 schlafende Leute mal wieder mitten in der Nacht über die Straßen Norwegens. Irgenwann vernahm ich dann von Verena meinen Namen und hörte mir die Bitte an, doch nach einer Toilette Ausschau zu halten. Ganz ungelegen kam das nicht, denn wir musste ohnehin tanken und so überholte ich den VW, dem ich die ganze Fahrt lang, wie sonst auch jeder andere immer nur gefolgt bin, und hielt an der nächsten Tankstelle an. Dort tankte Erik den Wagen schon einmal auf und ich fragte das Fräulein im Tankstellenkabuff, ob sie eine Toilette hätten, und wir die mal alle nacheinander maltretieren dürften. Sie gestattete uns das und während wir so in einer Schlange vor der Toilette standen, fragte ich mich, wieso in Norwegen denn Nachtschichten in Tankstellen von Frauen besetzt werden. In Deutschland, wo die Überfallrate auf Tankstellen vermutlich größer ist, geht so etwas meines Wissens nach überhaupt nicht.

27.09.2010

Im Anschluss an diesen Stopp ging es für uns noch etwa eine Stunde weiter in Richtung Oslo und anschließend meinte der Benny zu mir, ich solle mal vorfahren und irgendwas zum campen suchen und was soll ich sagen, ich bin in Kooperation mit Kerstin und Erik auf den definitiv schönsten Platz gestoßen, an dem wir in Norwegen übernachtet hatten. Wir fuhren erst einmal auf Kerstins Geheiß von der Landstraße runter, dann über eine kleine Brücke und anschließend auf gut Glück einen kleinen fast unscheinbaren Weg rechts runter. Mit der Wegbeschreibung kann und braucht niemand etwas anfangen können aber Fakt ist, wir standen an einem Flussufer bei herrlichem Mondlicht mit festem Boden und reichlich Platz für die Zelte. Die Nacht war furchtbar kalt und in weiser Vorahnung bat Verena schon einmal um Asyl im Auto, weil ihr die Nacht im Zelt wohl zu kalt werden würde. Wie recht sie hatte, sollte Kerstin mitten in der Nacht beweisen. Ich tauschte mit der Kerstin vorher noch die Schlafsäcke, weil sie von isolationstechnisch eigentlich nur bessere Taschentücher als Schlafsack hatte und ich einen, der meiner Ansicht nach durchaus etwas taugte. Dennoch klopfte sie mitten in der Nach an die Scheibe des Autos und bat, hereingelassen zu werden. So begab es sich, dass wir dann 4 Leute in einem von vier Körpern fantastisch beheizten Auto waren, dessen Scheiben am morgen wzwar wieder beschlagen, aber seine Insassen bester Laune waren. Dennoch konnte ich natürlich wieder nicht durchschlafen, weil meine Beine aufgrund der stark geneigten Position meines Sitzes immer wieder an das Handschufaach rutschten und meine Beine einschlafen ließen. Und so krampften auch in dieser Nacht jeden Tag meine Beine, was mich permanent aufweckte. Von den folgenden Bilden zeigt das erste die vielleicht schönste Aussicht, die ich persönlich an diesem Morgen hatte. Der Rest darf einfach mal bewundert und ich ansclhießend beneidet werden:

Die Kerstin hatte Sachen von der Nacht zu berichten, die haben uns zum Schreien gebracht. Mein Zwerchfell wurde da auf eine harte Probe gestellt. Hätte ich auf dem letzten Foto mit meinem breiten Grinsen schon gewusst, was da auf mich zukommt, hätte ich schon mal meinen Kiefer gedehnt. Ihre Erzählung ging ungefähr so:

„Also in der Nacht, da hab ich irgendwann wach da gelegen und durch das Zelt in dem Mondlicht so ein Bein gesehen und ich dachte: „NEIN!, das ist bestimmt ein Elch“, und ich wusste nicht was ich machen sollte. Ich dachte, erstmal wecke ich den Erik und sag dem, der soll den Elch wegmachen (Anmerkung: als wäre ein Elch so etwas wie eine eklige Spinne und der Erik könne ja eben mit dem Pantoffel auf den Elch hauen damit er weg ist… tz). Dann hab ich aber gedacht:“Der schläft ja jetzt!“, also wär wohl das beste gewesen, ich nehm‘ das Zelt und renn‘ weg, dann denkt der Elch vielleicht: „Hm das ist aber ein großer Käfer“ und lässt uns in Ruhe. Und dann ist mir ja eingefallen, dass das kaum ein Elch sein kann, wenn ich nur das eine Bein sehe und hab versucht weiter zu schlafen.“

Vielen Dank Kerstin! Das war der lustigste Moment auf der Fahrt. Die Widmung hast du dir verdient!

Das letzte Stück bis Oslo

Nachdem nun zum letzten mal die Schlafsäcke eingerollt, die Zelte abgebaut und alles Schlafmaterial im Auto verstaut wurde, jeder gefrühstückt und sich die Zähne geputzt hatte, ging es weiter nach Oslo. Wenn die Berechnungen des Navigationssystems stimmten, dann waren wir etwa 2 Stunden von Oslo entfernt und diese Strecke nahmen wir mit voller Elan und Freude, weil die Naturblicke, die sich uns boten, wieder einmal atemeraubend schön waren. Wieder konnte man die ganze Zeit aus dem Fenster schauen und irgendwelche Seeplatten zwischen Hügeln oder kleine Städchen, die sich an Hängen befanden bewundern und Fotos schießen, was die Kameraakkus hergaben. Der einzige, der damit fertig war, war zu diesem Zeitpunkt der Donny, dessen Batterie bereits in Bergen am Ende war. Am gleichen Tag, aber schon auf der endgültigen Heimfahrt sollte noch Verena’s Kameraakku schlapp machen, aber das war dann natürlich schon zu verschmerzen. Bei der ersten Pause an einer Autobahntankstelle bot ich dem Personal von der Rückbank aus reiner Solidarität auch wieder meinen Beifahrersitz an, weil ich seit der Hinfahrt gar nicht mehr hinten sitzen musste, wo mir – wie ich ja anfangs schon schilderte – kleinere Probleme in Sachen Sitzkomfort zu überwinden habe. Aber da andere diese Probleme vielleicht ja auch haben, dachte ich mir „Peter! Bist mal nett und bietest jemandem deinen Platz an!“ Wenn ich mich nicht völlig falsch erinnere, waren wir diesmal tatsächlich nach etwa 2 Stunden an unserem nächsten Reiseziel angekommen. Zunächst suchten wir auf der von der Oper aus gesehen anderen Buchtseite nach einem Parkplatz, fanden keinen und fuhren dann an das gleiche Buchtende zum Hauptbahnhof und dort auf den Parkplatz von dem Martin meinte, man könne dort kostenlos parken. In der Tat konnte man das nicht, wie ein Polizist, den die Kerstin nett fragte, uns mitteilte. Diese Fläche sei nur dazu da, um mit Fahrzeugen auf Leute zu warten, die aus dem Bahnhof kommen und abgeholt werden. Da wir dort niemanden abholen wollten und durch das Fragen uns praktisch verraten hatten, mussten wir noch weiter fahren und entschlossen uns, da Zeit ja endlich ist, einfach ins Bahnhofsparkhaus zu fahren und den Preis zu bezahlen, der dort angeschlagen war und zwar eine Krone pro Minute, was bedeutet, dass dort die Minute Parken etwa 12 €-Cent kostet. In dem Glauben, dass Oslo neben New York die teuerste Stadt auf diesem Planeten sei, trugen wir diesen Preis mit Fassung und dachten uns, einfach in Oslo – das angeblich nicht gerade zu den sehenswertesten Städten gehört, die man so kennt – nicht zu viel Zeit zu verschleudern. Wir parkten also unsere Autos in diesem Parkhaus.

Etwas Zeit in Oslo

Wie schon implizit gesagt, befindet sich der Hauptbahnhof und die wohl bekannte (neue) Oper von Oslo an der gleichen Bucht. Man kann auch sagen, dass die Oper eine Seite der Bucht darstellt, weil sie geradewegs ins Wasser führt…zumindest ihr „Dach“ das für uns als Fussboden hergehaltne hat (für zahlreiche andere Leute im Übrigen auch). Wir spazierten also eine ganze Weile auf der Oper rauf und runter, quer und längs entlang irgendwelchen Kanten und achtne wie immer Fotos. Als wir das Dach der Oper dann zu Ende erkundet hatten, gingen wir durch den Bahnhof von Oslo in Richtung Innenstadt direkt auf eine Hauptstraße, die zum Königspalast führte. Die Stadt, die wir auf dem Weg dorthin sahen, kam mir persönlich nicht besonders vor. Auch im Nachhinein geselle ich mich zu denjenigen Leuten, die sagen, dass Oslo nicht unbedingt eine Reise wert ist. Die Stadt war mir vorher für rein gar ncihts bekannt, außer als Hauptstadt Norwegens und im Nachhinein ist das einzige, was mir aufgefallen war der Königspalast, die Oper und das Haus, in dem der Friedensnobelpreis vergeben werden. Ich will mich aber auch nicht außerordentlich negativ über diese Stadt auslassen. Wir haben dort immerhin ungefähr drei Stunden verbracht und langweilig war diese Zeit auch wieder nicht, ich würde nur nicht nochmal dorthin fahren wollen.

Wie ich jetzt schon gesagt habe, gingen wir auch zum Königspalast. Dieser steht an einem großen Schottervorhof mit Wachposten, wie ich sie schon aus Dänemark kenne und einem Garten hinten dran, der für einen Garten am Königspalast ziemlich öde und ungepflegt war. Aber vielleicht war das nur der öffentliche Teil des königlichen Gartens, in dem der gemeine Pöbel Norwegens auch spazieren gehen darf. Woöglich hat der König bzw haben er und seine Familie ja noch einen eigenen Garten am Schloss, wo die Blümchen und alles drum und dran mit mehr Sorgfalt kredenzt wurden.

Bevor wir am Schloss waren, sahen wir auf der linken Seite der Hauptstraße einen Platz, an dem Straßenmusiker gut klingende Melodien zum Besten gaben und wir beschlossen, nach unserem Gang zum Königpalast mit sehr wahrscheinlichem Ausfall einer Konsultation dorthin zu gehen und unser Essen zu uns zu nehmen. Wir hatten glücklicherweise imer noch Essen übrig. Anders wäre schlecht gewesen, weil Essen – wie gesagt – teuer war. Ein Beispiel: Bei MacDonalds kostet ein Sparmenü so etwa 4,50€. In Schweden, wo man glaubt es sei teuer, kostet dieses 6€ (habe ich mir pbrigen ssagen lassen. Ich war hier noch nie in einem Fast-Food-Geschäft und ich weigere mich nebenbei, diese Geschäfte Restaurants zu nennen, weil sonst der Begriff bei mir negativ vorbelastet wird). In Norwegen kostete dieses – so will es einer rausgefunden oder ausgerechnet haben – 10€. Und so ging es bei jeder Art von Essen bzw. allem, was man in Geschäften irgendwo kaufen konnte. Das McDonalds-Beispiel kommt mir recht „international“ vor und hält glaub ich als Vergleich ganz gut her. Jedenfalls waren die Musiker, die wir hören wollten entweder schon weg, oder bei einer Pause, als wir auf dem Platz angekommen waren und so begab es sich, dass wir einfach weiter über den Platz gingen und auf der linken Seite an einem kleinen Hafen das Haus entdeckten, in dem jährlich der Friedensnobelpreis vergeben wird. Vielmehr war es Sascha, der es mir mitteilte, weil ich gar nicht nach so einem haus gesucht hätte. Ich dachte immer, dass alle Nobelpreise in Schweden vergeben würden, aber der für den Frieden ist wohl der einzige, den es nicht in Schweden sondern eben in Norwegen gibt. Nach wie vor relativ unbeeindruckt setzten wir uns auf dem Hafen an einen kleinen Platz, genossen ein wenig die Sonne und relaxten ein letztes mal, wie wir dachten, bevor es an die Heimreise ging.

Etwas Zeit vor Oslo

Bevor wir wirklich nach hause fuhren, machten wir für ein letztes Essen nochmal Halt nachdem wir Oslo hinter uns gelassen haben. Es gab an der Autobahn, die wir befuhren eine Raststätte, von der man nochmal zur See gehen konnte (keine Minute entfernt) und hatten dort unsere letzten Malzeiten, bevor wir dann das letzte Stück Heimreise wirklich antraten. Ich für meinen Teil aß meine letzten Scheiben Brot mit meinen letzten Resten Nutella.

Der endgültige Heimweg

Was kann ich hierzu noch sagen, das nach diesem Bericht noch nennenswert sein könnte? Wir sind 6 Stunden gefahren, Martin hat die ganze Strecke selbst hinter dem Steuer verbracht und unterwegs stimmten wir überein, dass wir nachher noch zusammen kochen würden. Es wäre ja bestimmt noch nicht Mitternacht wenn wir ankämen und tatsächlich war es etwa 10 oder halb 11, als wir unsere Sachen aus den Autos geholt hatten. Das erste was ich tat war Duschen, das zweite war die Reservierung der Waschmaschine für den nächsten Tag und das dritte war dann schon kochen, wobei ich versucht habe, meine Eltern anzurufen, was mein Telefon mir aber aus irgendeinem Grund ebenso wenig gestatten wollte, wie das Versenden einer SMS. Als später Kerstin noch kam, borgte sie mir ihr Handy, mit dem das funktionierte und so konnte ich zu Hause dann irgendwann – nur eben später – meine Eltern aus dem Bett klingeln und sagen, dass ich heil und unverletzt (naja…) wieder aus Norwegen zurückgekommen war und wir dann die Tage mal wieder skypen würden. Verena und Erik meldeten sich von dem gemeinsamen Kochen aus Müdigkeitesgründen noch ab und so blieben von der Peugeot-Besatzung nur noch Kerstin, Martin und ich. Kerstin brachte noch Astrid und Meike mit, denen wir gleich die wichtigsten und lustigsten Details, insbesondere die „Ich-glaub-ich-sehe-ein-Elchbein“-Geschichte von der Kerstin. Die war Tage später immer noch ein Brüller, egal wo man sie zum besten gab und egal in welcher Sprache. Gegessen haben wir übrigens Hühnchenfilets mit Mörchen und Erbsen an einer Ketchupsauce aus Ketchup. War lecker!

Fertig!

P.S.: Dieser Artikel besteht letztendlich über 7200 Wörtern (ohne diesen „Abspann“) und etwas mehr als 130 Bildern, die ich alle von verschiedenen „Fotographen“ aussuchen, skalieren, teilweise mit Copyright-Vermerk versehen, hochladne und einzeln in den Artikel einarbeiten musste. Das ist kein Versuch, Mitleid zu bekommen, sondern eine von zwei Erklärungen, warum es mit diesem Artikel so lange gedauert hat. Die zweite Erklärung ergibt sich aus meinem Studium hier. Seit zwei Wochen muss ich immer mal wieder dermaßen intensiv studieren, dass ich in meiner Freizeit zu faul oder zu müde war und bin, um an dem Artikel weiter zu schreiben. Ich hoffe, dass er – jetzt wo er fertig und publiziert ist – gefällt. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

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