12.01.2011 – die erste Party mit den neuen Studenten und der Abschied von einigen Franzosen
Veröffentlicht von pscheidemann in Freizeit, Nachtleben & Parties am Februar 16, 2011
Wir waren also aus Kiruna zurück und uns wurde mitgeteilt, dass Gillaume und Matthieu an diesem Tag in meinem Gebäude zwei Stockwerke tiefer ihren Abschied feiern würden. Viele Leute waren nicht zu erwarten, weil etliche einfach schon abgereist waren und einige andere (6 an der Zahl) sich gerade in Abisko (Lappland) befanden. Es reichte dennoch zu einer gut gefüllten Bude, weil gerade der nächste EIL-Kurs lief und einige neue Studenten dabei waren, die dann aber wieder in irgendwelche anderen Städte abreisen sollten. Was mir nicht bekannt war, war das Motto der Party. Es sollte eine Moustache-Party werden (Moustache = Oberlippenbart). Am Morgen des Tages hatte ich mir noch alles abrasiert, was in meinem Gesicht wieder gewachsen war und so stand ich als einziger Bub ohne da. Nichtsdestotrotz war es ganz nett mal ein paar neuen Studenten zu begegnen. Eine von ihnen, den Namen hab ich noch am selben Abend leider wieder vergessen (wie das bei mir manchmal so ist), kam aus Münster, studierte aber in Deutschland woanders und sollte nach dem Sprachkurs dann nach Umeå weiterziehen.
Die Feier ging für mich bis zwei Uhr morgens. Die meiste Zeit quatschte ich mit Alex über meine anstehende Klausur und die darauf folgende Diplomarbeit, bzw. das Thema, das diese mal haben soll und mit Naomi über alles, was uns zum Lachen brachte…
Die erste Woche daheim…Gedanken
Veröffentlicht von pscheidemann in Allgemeines & Gedanken am Februar 2, 2011
Als ich in Schweden meinen Sprachkurs hatte, verbrachten wir auch einige Zeit in Kulturstunden, in denen mitunter das Wort Kulturschock diskutiert wurde. Es gab verschiedene Phasen, die man durchlebe, angefangen bei einer Zeit voller Wohlbefinden bis zu einer, in der man sich fühlt, als sei man auf dem Boden der Tatsachen angekommen und das sei in dieser Form schlecht, weil positive Hoffnungen, durch negative Erfahrungen ersetzt würden. Uns und so auch mir, wurde vom Lehrer prophezeit, dass wir alle diese Phasen während unseres Aufenthaltes in Schweden durchleben würden. Manche stärker, andere schwächer, aber jede Phase werde durchlebt.
Nun muss ich sagen, dass ich mich nicht daran erinnern kann, in Schweden einmal unglücklich gewesen zu sein, wegen irgendetwas, das in Schweden passiert ist. Der Tod meines Großvaters, mein Fehlen bei der Beerdigung und eine unglücklich situierte Romanze sind nichts, das direkt mit Schweden zu tun hat…aus meiner Sicht. Und das einzige davon, das wenigstens auf schwedischem Boden geschah ist die Romanze, der ich dennoch das positive Gefühl abgewinne, verliebt gewesen zu sein, also wie schlimm kann das schon gewesen sein!? Ganz nebenbei, so etwas hat der Lehrer bestimmt nicht mit negativen Erfahrungen gemeint. Ihm wird es vielmehr darum gegangen sein, dass wir irgendwann feststellen, dass all die schönen Dinge, die wir über Schweden mal gehört oder gelesen haben, gar nicht auf jeden so toll wirken, oder Berichte, gleich welcher Art, einfach nur übertrieben waren.
Hierzu muss ich für meinen Teil sagen, dass ich einiges gehört und wirklich viel gelesen habe, und alles, was als schön und gut dargestellt wurde, habe ich auch genau so wahrgenommen. Ich darf mich also glücklich schätzen, die schlimmste Phase des Kulturschocks ausgelassen zu haben…
Jetzt bin ich seit (gut) einer Woche daheim und muss sagen, dass die Umgewöhnung auf eine neue Umgebung mir in Deutschland teilweise bedeutend schwieriger fällt als in Schweden. Dort war es ja so, dass man sich bei jeder kleinen Widrigkeit sagen konnte, “Die 6 Monate wird man das schon überleben!”. Hier in Deutschland angekommen ist es nun so, dass ich mich nach wie vor, ein wenig komisch fühle. Nicht etwa fehl am Platze, aber wie jemand, der noch nicht wirklich angekommen ist. Mir fällt leider nicht ein, wie ich dieses Gefühl präzise umschreiben kann. Vielleicht hilft ein Beispiel: Ich war mittlerweile mehrfach wieder an meiner eigentlichen Universität und muss sagen, dass sie mir vorkommt, als gehöre ich hier nicht her und sei nur ein Gast. Da dies nun ziemlich genau auf die Högskolan in Schweden zutraf darf die Frage erlaubt sein, ob ich einige Phasen des Kulturschocks nun hier erlebe und siehe da: der Lehrer sprach ja auch davon, dass es einen zweiten solchen Schock bei der Heimreise geben könnte. Erlebe ich nun vielleicht einige Phasen des Kulturschocks verspätet, indem ich mich zum Beispiel an meiner Heimatuniversität so fühle, wie ich mich 6 Monate zuvor an der in Schweden fühlen sollte, oder erlebe ich den definierten Phasen zufolge zwei nicht ganz komplette Schocks? Wie auch immer, es bleibt festzuhalten, dass ich nach einer Woche noch nicht wirklich angekommen bin.
Ich bin allerdings sehr beruhigt, dass ich nicht gänzlich isoliert vom Leben meine Zeit damit verbringe mich auf eine Prüfung vorzubereiten, für die ich mich interessehalber in Deutschland nochmal angemeldet habe. Neben einem längeren Besuch bei meinen Großeltern, hatte ich schon das Vergnügen, mit der Belegschaft meines ehemaligen Praktikumsbetriebes Fussball spielen zu dürfen und bei meiner wohl besten Freundin in Dortmund einen Abend mit Berichten, Fotobetrachtungen und Pokern abzuhalten.
Und nun? Für’s erste darf ich mich wohl damit begnügen, dass ich versuche, gleichzeitig fit für meine Prüfung zu werden, mit dem Themenfindung für meine Diplomarbeit voranzukommen, mich um meine Familie und meine Freunde in Deutschland zu kümmern und den Kontakt zu den Leuten aus Schweden nicht abreißen zu lassen.
Vielleicht, wenn alles gut geht, habe ich ja einfach keine Zeit für einen neuerlichen Kulturschock…Und wenn ich dann wieder Zeit habe, könnte ich ja wieder eingelebt sein.
31.12.2010 – Wieder in Schweden: das Neujahrsfest in Bildern
Veröffentlicht von pscheidemann in Freizeit, Nachtleben & Parties am Januar 19, 2011
Anfangs waren wir noch auf Susi’s und Jasmin’s Etage in der Tunnlandsgatan 13 gemeinsam mit Chi und Susi’s Besuch (4 Leute aus ihrem Kreis Tuttlingen nahe Stuttgart)
Dann war es irgendwann Mitternacht und im Kreise von Susi mit Anhang, Jasmin und mir gönnten wir uns den Anblick des Feuerwerks von Susan’s Balkon aus
Dann ging es runter zu allen anderen, die noch in Borås geblieben sind oder (wie ich) zurückkamen
Und dann ging es wieder hoch…aber nicht für lange Zeit
Die Kerstin hatte bei sich in der Tunnlandsgatan 15 (wo auch ich wohne) eine andere Party und schaffte es, uns rüberzulocken und…mit ihr und den anderen Anwesenden SingStar zu spielen…
Natürlich flossen Sekt und andere alkoholische Getränke und natürlich spielten wir nicht nur SingStar. Es war weiterhin eine der vielen Parties in Borås, wo jede Menge herumgeblödelt wurde…
21.12.2010 – Ein Heimweg mit Pannen und eine zweifelhafte Überraschung
Veröffentlicht von pscheidemann in Abreise(n) am Januar 19, 2011
Wie stellt man sicher, dass jemand zu Hause ist, wenn man ankommt, ohne, dass diese Leute davon wissen und wenn man keinen Schlüssel hat? In meinem Falle musste ich sicherstellen, dass meine Eltern bei meiner Heimkehr daheim sind, wenn ich ankomme und nicht unterwegs sind, weil sie z.B. noch Weihnachtsgeschenke kaufen wollen. Meine Eltern hatte ich in dem Glauben gelassen, dass ich am 23. Dezember in Düsseldorf landen würde und mein Plan war, sie zwei Tage zuvor mit meiner Anwesenheit zu überraschen. Ich teilte ihnen also rechtzeitig mit, dass ich am 21.12 online einchecken könnte und ihnen dann abends gerne weitere Informationen zum Thema Flugverschiebungen und -Ausfälle wegen vereister Flieger und/oder Landebahnen zukommen lassen wollte und sie sich doch bitte so ab 8 Uhr an dem Tag bei Skype online halten sollten. Was ich nicht oder nur zu optimistisch einkalkulierte war, dass man an Flughäfen einige Zeit auf sein Gepäck warten muss und auf den Straßen gerne mal Stau ist. Ich organisierte meine Heimfahrt mit Nils Hilfe, der sich bereiterklärte, mich am Flughafen abzuholen und daheim abzuliefern.
Von Anfang: Für die Fahrt von der Tunnlandsgatan zum Flughafen Landvetter in Göteborg hatte noch Jasmin sich bereiterklärt, mich zu fahren. Ohnehin wollten sie und Susan an dem Tag in Göteborg noch beim Schlussverkauf zuschlagen…also shoppen gehen. Nachdem ich meinen Koffer bei ihr im Kofferraum abgeladen hatte, stellte ich allerdings fest, dass ihr Auto ziemlich schief stand. Bei einem Blick auf die Seite musste ich sehen, dass der Wagen hinten rechts nicht auf einem Reifen stand. Dieser lag flach unter dem Auto und diente als Bock, der verhindert, dass die Achse auf dem Boden aufliegt. Mein erster Gedanke war, dass irgendein **** die Schrauben brauchte und sich die einfach von Jasmins Corsa gestohlen hat. Jasmins provisorische Lösung war, dass von jedem anderen Reifen eine Schraube abgenommen werden sollte und der Reifen dann mit drei Schrauben, wie alle anderen dann auch, wieder befestigt werden soll. Dann würden wir sofort zu einer Werkstatt fahren, die fehlenden Schrauben kaufen, anbringen und mehr oder weniger glücklich weiterfahren. Was ich nicht wusste, weil mir dazu das Wissen fehlte war, dass jemand es tatsächlich auf die Nabenmutter am Hinterreifen abgesehen hatte. Denn auf der Höhe der Bushaltestelle Fjärdingskolan, an der ich immer in den Bus steige, wenn ich irgendwo hin möchte, fiel der Reifen mitsamt Abdeckung der hinteren Trommelbremse ab. Ab jetzt war klar, dass Polizei und Abschleppdienst her mussten und die Fahrt nach Göteborg so ziemlich gestorben war. Während wir Jasmin trösteten und versuchten, das sich auch noch einstellende Weinen wieder zu stoppen sah ich mich gezwungen, den André kurzfristig zu bitten, mich noch zum Flughafen zu fahren. Meine Zeit in Borås endete also damit, dass ich beim André ins Auto stieg, und den verunfallten Corsa mitsamt Susan und weinender Jasmin zurücklassen musste. Ein vorläufiges Ende, das ich mir so ganz sicher nicht vorgestellt hatte.
Am
Flughafen angekommen ging alles mehr oder weniger glatt. Ich traf noch Matthieu und Erik aus Borås und passierte mit Erik gemeinsam den Sicherheitscheck. Bald darauf kam mein Flieger aus Berlin an. Organisatorisch ging alles gut, nur hatte mein Flieger leider “etwas” Verspätung. Er landete, als er schon wieder abfliegen sollte und bis dann das ankommende Gepäck ausgeladen, das abgehende Gepäck eingeladen, die Maschine aufgetankt wurden und die Passagiere tauschten, verging unglücklich viel Zeit. Aus meinem Plan in Berlin im Hard Rock Café Mittag zu Essen wurde dann nichts. Ich konnte kurz vor Verlassen des Gates noch mit ansehen, wie die Tragflächen enteist wurden und dann wurde ich kurz darauf schon wieder in meinen Sitz gepresst.
Am Flughafen
Tegel schlug ich die Zeit im Starbucks bei einer Tasse Kaffee und mit der Suche nach der Aussichtsplattform (ohne Erfolg) tot. Das einzige, was ich in diesem Zusammenhang vorfinden konnte war eine Lounge für Kunden der British Airways. Möglicherweise war ich aber auch nur im falschen Terminal, um eine öffentliche Aussichtsplattform, wie sie meiner Ansicht nach jeder Flughafen hat, zu finden.
Beim Start des Fluges nach Düsseldorf kam die erste nennenswerte Verspätung auf, weil der Flieger noch auf Leute wartete, die aus Bangkok umsteigen mussten. Die zweite üble Verspätung trat dann dadurch auf, dass der Flieger kein Gate bekam, mitten auf einer Freifläche halten musste, und wir dann mit einem Bus vom Flieger zum Flughafengebäude gebracht wurden, der tatsächlich einen Stau gefunden hat und uns eine ganze Weile lang, nicht abliefern konnte. Weiter ging es dann damit, dass bei der Gepäckausgabe mein Koffer der vorletzte war, der überhaupt auf das Band geladen wurde, was ich daran erkannte, dass neben mir nur noch eine Person am Gepäckband stand. Als ich dann in die Flughafenhalle kam, stand Nils glücklicherweise immer noch da und nahm mich quasi in Empfang. Dann verfuhren wir uns mit dem Auto noch und als ich dann daheim war, hatten wir es kurz vor 10 (22 Uhr). Die Tür daheim öffnete sich und noch bevor ich „Überraschung“ sagen konnte, wurde ich gefragt, ob ich denn verrückt sei. Meine Eltern saßen also ab 8 Uhr vor dem PC und fragten sich schon was los sei, dass ich nicht online wäre. Sie hatten auf meiner schwedischen Handynummer angerufen und niemanden erreicht, was daran lag, dass der Anruf zu einer Zeit kam, zu der ich schon meine deutsche SIM-Karte eingelegt hatte. Die Sorgen meiner Eltern führten bei meinem Anblick in der Tür (nebst Nils) dann zu einer Mischung aus Verärgerung und Erleichterung und erst im Laufe des Abends wurde daraus dann langsam aber sicher wirklich Freude darüber, dass ich schon da war. Nils wurde eingeladen noch etwas zu bleiben und meine Eltern holten sogar Pizza für alle. Der Brüller war dann, dass meine Mutti noch die Oma anrief und das Telefonat mit den Worten „Du, der Peter!“ begann. In dem Moment – so erzählte meine Oma am nächsten Morgen, als ich sie zum Frühstücken besuchte – schlotterten ihr die Knie, weil sie dachte, mir sei etwas passiert. Aber nichts war passiert, ich war nur da, zur Überraschung aller (außer Nils) einfach nur eher…
Die letzte Woche ist angebrochen…Gedanken
Veröffentlicht von pscheidemann in Allgemeines & Gedanken am Januar 18, 2011
Kein Datum in der Überschrift eines Artikels verheißt, dass es nicht darum geht, von etwas erlebtem zu berichten. Wer unbedingt etwas davon lesen möchte, dem sei gesagt, dass ich mien letztes Klausurergebnis habe und alle Prüfungen hier an der “Högskolan i Borås” erfolgreich hinter mich gebracht habe, die meisten mit der Bestnote.
Nun ist es seit Montag so, dass sich die Zahl der Tage, die ich noch zur Gänze in dieser Stadt, in diesem Zimmer, bei diesen Leuten verbringen darf, fast schon an einer Hand abzählen lässt. Damit einher geht ein Wandel in der persönlichen Gefühlswelt. So, wie sich alles verändert hat, als ich im August hier angekommen bin und mich darauf einlassen musste (und wollte), erstmal in Schweden zu sein, so richte ich mich schon seit Tagen auch darauf ein, demnächst vieles, das ich hier kennen lernen durfte zu vermissen und diejenigen Dinge wieder um mich zu haben, die vor meinem Aufenthalt hier täglich meinen Alltag gestalteten.
Der Wechsel des persönlichen Umfeldes ist wie ein Adrenalinschub für die Aufmerksamkeit, die man plötzlich allem widmet. An einem “neuen” oder “neuen alten” Ort nimmt man bekanntlich alles viel bewusster wahr, würdigt jede Kleinigkeit mit Beachtung, sei es (wie bei mri im August), um eine Gegend neu kennen zu lernen oder sei es, um auch mal festzustellen, was sich denn alles so verändert hat, seit man mal weggegangen ist (wie es in einer Woche für mich defintiv sein wird).
Wenn ich von Wandel der persönlichen Gefühlswelt schreibe, dann meine ich damit unter anderem, dass ich mich frage, was ich aus Schweden mitnehme und wie sich meine Heimat, insbesondere meine Familie und meine Freunde so gemacht haben. Mehr oder weniger isoliert voneinander hat jeder bekanntlich sein Leben gelebt und ich meins. Ich hoffe, dass die Leute, die mir wichtig sind, mich noch ebenso wertschätzen und ungeachtet der Tatsache, dass diejenigen, bei denen ich das so sehe, es schon merken werden, und ungedachtet dessen, dass sich bei meiner Familie in diesem Punkt nichts ändern wird (niemals!), bleibt doch eine gewisse Neugier. Eine Neugier auf das, was mich da erwartet und ich zweifle nicht, dass ich jede Kleinigkeit, die ich nicht erwartet habe, sogleich bemerken werde.
Mein Freund aus Essen, der Jonathan (selbst gerade im Auslandssemester in Tel Aviv), hatte mich das mal in einem Skype-Telefonat gefragt…was ich denn aus Schweden mitnehmen werde. Wissend, dass er sich auf immaterielle Dinge bezog und spontan an dieser Stelle natürlich abstrakte Dinge, wie die Erfahrung im Hinblick auf das Leben in einer WG, das Leben im Ausland, wo im Alltag nicht deutsch gesprochen wird, das “Klarkommen” alleine und weit weg, wüsste ich nach wie vor keine konkrete Antwort auf diese Frage und ich denke, dass ich erst feststellen werde, was ich mitgenommen habe, wenn ich zurück bin und mir klar wird, was an meinem Leben eigentlich genau anders war, wie viel sich “zu Hause” in dieser Zeit verändert und vor allem, wie sehr man zu schätzen weiß, was man abseits des gewohnten Umfeldes auch gelernt hat und das meine ich sicherlich nicht im akademischen Sinne, sondern im emotionalen, sozialen und auch kulturellen.
Nun ist die Gesamtsituation so, dass ich mit einigen wenigen Abstrichen sagen kann, dass Schweden für mich in jeder Hinsicht ein voller Erfolg war. Daraus leitet sich, wenn man so nachdenklich ist wie ich, gleichzeitig eine Hoffnung ab, undzwar die Hoffnung darauf, dass es weiterhin so schön weitergeht. Wie wahrscheinlich das ist, mag ich mir kaum ausmalen, wenn ich nur bedenke, dass ich bereits für eine allerletzte Prüfung angemeldet bin und spätestens Anfang März auch schon an meiner Diplomarbeit sitze und die Zeit davor neben dem Büffeln für die Prüfung auch mit Recherchen für die letztgenannte Arbeit ausgefüllt ist, aber ich habe gelernt, nicht zu sehr zu versuchen, die Zeit, die mir zur Verfügung steht, im Vorfeld als verplant anzusehen und Raum für Spontaneität zu lassen, bzw. mir einzugestehen, dass dieser Raum da ist und alle meine Versuche, die kommende Zeit vorherzusehen, einer beträchtlichen Unsicherheit unterliegen, niemals in eine korrekte Vorausahnung münden und es folglich immer anders kommt als man denkt. Und siehe da! Ich habe doch schon eine konkrete Antwort auf die Frage, was ich eigentlich mitnehme.
Ich danke für die Aufmerksamkeit!
18.12.2010 – Die Crazy-Christmas-Abschieds-Feier…Stefan’s letzte Feier in Borås und einige Abschiede
Veröffentlicht von pscheidemann in Freizeit, Nachtleben & Parties am Januar 14, 2011
Am Morgen dieses Tages organisierte ich mir von der Dieke eine ihrer aufblasbaren Matratzen samt Luftpumpe. Ich musste mein Zimmer mal richtig aufräumen und putzen, weil diesmal Besuch anstand. Orsi kam aus Göteborg zu unserer Weihnachts-Abschieds-Feier und schlief bei mir im Zimmer. Irgendwie bekam ich es hin, dass es den ganzen Tag dauerte und ich schon verspätet zum Vorfeiern in Susans Zimmer erschien. Dennoch hatte ich mich so chic wie möglich angezogen (beste Schuhe, saubere Hose, Hemd, ordentliche Frisur) und fand dort bereits Susan, Orsi, Stefan und Mario vor.
Ich hatte mein Fass Weizenbier dabei, da an diesem Tag der Stefan seinen letzten Abend in Schweden mit uns verbrachte und dieser als alter Bayer mit Anlass dazu gab, mein Fass an diesem Datum „anzustechen“. Mit einem Weizenbier nach dem anderen ging der Abend schon gut los und nach und nach traten noch Anna mit einer ihrer Mitbewohnerinnen, Thomas, André und Jasmin ein. Diese war ganz stolz auf ihr Shirt, auf dem ein Hamster mit Riesenbrille aufgedruckt war. Schlecht sah das wirklich nicht aus, aber ich hab eh “keinen Stil” (Zitat ganz vieler Leute) und kann das eigentlich gar nicht beurteilen.
Als einige von uns mit Tequila fertig waren und ich noch an meinem Weizenbier zugange war (in Kooperation mit Stefan), gingen wir runter in den Saunabereich, wo seit mindestens einer Stunde theoretisch eine Feier im Gange war. Zu dieser Feier sage ich nicht mehr, als dass sie irgendwie klasse war. Ich war nicht betrunken, trotzdem gut drauf, verstand mich mit einfach allen Leuten brillant und das einzig schlimme war, dass ich feststellen musste, dass der Blitz in meiner Kamera ab irgendeinem Zeitpunkt den Geist aufgab, obwohl die Kamera auf den Tag genau seit 6 Monaten (nachdem ich sie am 18. Juni zum Geburtstag bekam) erst in Betrieb war.
Im Anschluss an
„unseren Aufenthalt“ im Saunabereich entschloss sich Dieke noch für uns zu kochen. Dieses Kochen bestand daraus, dass sie meine Rösti zubereitete, die ich zuvor auch noch extra holen musste. Hätte ich für mich behalten, dass ich welche im Gefrierfach liegen habe, dann hätte ich vielleicht zwei Gänge durch die Kälte weniger über mich ergehen lassen müssen.
Nach dem Essen standen Abschiede auf der Tagesordnung. Der erste von Morgan und Liberty. Morgan würde endgültig zurück nach Frankreich reisen und Liberty nur zum Weihnachts- und Neujahrs-Heimaturlaub, doch in Schweden – das stellten wir bereits bei meinem Besuch vor zwei Tagen fest – könnten wir uns aus terminlichen Gründen nicht mehr wiedersehen.
Der zweite und nur vorläufige von der Dieke, die am kommenden Morgen abreisen sollte, im kommenden Jahr allerdings auch wieder zurückkehren sollte, um ihr Studium in Borås noch zu Ende zu bringen. Der dritte (eigentlich ja der vierte) Abschied wurde dann vom Stefan genommen. Dieser war auf schwedischem Boden endgültig, ABER: Stefan, wenn du das liest, dann schau mal in deinen Ordner! Jasmin und ich haben dir dort was hineingeschrieben.
Als die Abschiede „zelebriert“ wurden, ging es für Orsi und mich in
mein Zimmer, wo wir erstmal eine Mütze Schlaf zu uns nahmen. Am nächsten Morgen kam dann der nächste Abschied. Da Orsi am kommenden Tag auch heimfliegen sollte (nach Ungarn) und nicht mehr wiederkommen würde (nach Göteborg), war auch das hier endgültig. Frühstücken wollte sie nun nicht mehr (am Vorabend hat sie das noch toll gefunden), aber eine Tasse Milch nahm sie noch dankend an. Anschließend verschwand auch sie… :‘(
16.12.2010 – Das letzte mal die Liberty in Göteborg besuchen
Veröffentlicht von pscheidemann in Ausflüge & Trips, Freizeit, Zeit mit Freunden am Januar 14, 2011
Eigentlich sollte ich die Liberty schon am 12. Dezember in „ihrer“ Stadt besuchen, allerdings hatte sich in der Zwischenzeit ergeben, dass sie an dem Datum noch in England sein sollte, wo sie andere Freunde aus Frankreich besuchen wollte und so verschoben wir das auf diesen Tag. Mein Auftrag war’s zu ihrem Wohnheim zu fahren und zunächst einmal sehen, wo und wie sie dort lebt. Mein Bus hatte leider eine furchtbare Verspätung, sodass ich eine gute Stunde später erst bei ihr war, als ursprünglich geplant.
Nach meiner Ankunft folgte eine ganze Reihe geplanter, jedoch nicht durchgeführter Aktivitäten, so dass der Tag früh drohte, ein Reinfall zu werden. Als erstes wollte sie mit mir zu einem See eine halbe Stunde von ihrem Heim entfernt spazieren. Er sei völlig zugefroren und man könne auf den See selbst steigen, doch angesichts des Regens ließen wir das bleiben. Als der Regen etwas nachließ unterbreitete ich den Wunsch, mal auf eine der Inseln vor Göteborg zu fahren. Jeder mir bekannte Mensch ist dort bereits gewesen, nur ich selbst noch nicht. Wir machten uns also auf den Weg dorthin. Nach der Ankunft stellten wir fest, dass wir ein Schiff um genau eine Minute verpasst hatten, womit sich erklärte was das Ertönen eines Schiffshorns bedeutete, das wir beim Aussteigen aus der Straßenbahn vor Ort vernommen haben. Die 40 Minuten Wartezeit auf das nächste Boot wollte zumindest ich mir selbst nicht geben und so beschlossen wir, wieder zurückzufahren und zu versuchen, auf den “Skansen Kronan” zu marschieren. Nach dem See und den Inseln, war das dann aber schon der dritte Fehlschlag, weil die Stufen hinauf mit einer furchtbar dicken Eisschicht überzogen waren. Was wir dann vorzogen und was auch den ersten Erfolg vom Tage darstellt, war eine Fika beim Kuchenbuffet.
Zeitweise war auch angedacht, dass Mathilde und Marc dort zu uns stoßen, allerdings fiel deren Besuch nach einigem Hin und Her via Telefon letztlich aus. Dennoch hatten wir in dem Café, das sich im Kellergewölbe eines Altbaus nahe der Altstadt befindet, mehrere Stunden gesessen, Kuchen gegessen, Kaffee getrunken und eine dieser wunderbaren ernsten Unterhaltungen geführt, bei der man den anderen nochmal besser kennenlernt, als zuvor. Hier erfuhr Liberty zum Beispiel, dass ich religiös bin, als Messdiener in meiner Gemeinde daheim aktiv bin. Darüber hinaus unterhielten wir uns recht viel über die Wahrnehmung anderer Menschen und persönliche Werte, welche wichtiger sind und welche unter Umständen weniger. Wenn ich es sagen müsste, würde ich nur sagen können, dass wir definitiv länger als 3 Stunden dort zubrachten. Im Anschluss ging es ins Nordstan, das große Einkaufszentrum am Hauptbahnhof von Göteborg, wo wir noch einige Weihnachtsgeschenke einkaufen wollten. Ich wusste genau, dass ich in die „Papéterie“ wollte, wo meine Mutti, für die ich noch Geschenke brauchte, weil ich sie in Stockholm nicht bekommen konnte. In diesem Laden hatte sie noch einige Dinge für sich gesehen, als wir gemeinsam Göteborg besichtigt hatten und jetzt war es an der Zeit, diese erstmal wiederzufinden und für Mutti zu erwerben. Liberty zeigte sich von dem Zeug in diesem Laden dermaßen fasziniert, dass sie nur meinte, der Laden sei ja genau das, was sie immer gesucht hatte und dass er genial sei, worauf hin ich mich nur fragen konnte, was sie die ganze Zeit in Göteborg getan hatte, wenn sie nachher vom shoppen berichtete, dass ihr der Laden nie aufgefallen war.
Als wir das Nordstan verließen und langsam in Richtung Bushaltestelle liefen stießen wir am Kungsportsplats noch auf eine Lichtshow, die wir uns einige Minuten lang anschauten.
Anschließend machten wir uns auf den Weg zurück zu ihr, wo sie schnell ein gestern vorbereitetes Essen aufwärmte und das wir anschließend in den Nachbarflur trugen, wo ein großes Potluck-Dinner stattfand. Hier trafen wir auch wieder auf Mathilde und Marc und ich auf einige Leute, die ich bei unserer Weihnachtsmarkttour schon „kennengelernt“ hatte. Das Essen war hauptsächlich chinesisch, weil einer der Gastgeber ein begeisterter Koch war und noch Woks voller Essen zubereitete, als wir schon dabei waren, seine ersten Gänge zu verspeisen. Vor allem Gab es Huhn. Nebst Hühnersuppe gab es zwei Geflügelbraten, einen süß-sauren und einen scharfen und ganz leckere gebratene Nudeln mit Schweinefleisch. Reis fehlte natürlich auch nicht. Es standen drei Reiskocher-Töpfe, voll mit fertigem Reis zur Verfügung.
Noch bevor das Dinner allerdings zu Ende war, was angesichts der vollen Woks auf dem Herd noch in ferner Zukunft gelegen haben muss, war ich gezwungen, mich von dem Tisch zu erheben, für das Essen zu danken und mich zu entfernen. Der Heimweg stand an und es war schon klar, dass ich nicht mehr am 16. Dezember ankommen sollte und dennoch kann ich sagen, dass der Tag trotz zahlreicher anfänglicher Rückschläge ein sehr schöner war und ich mich von dem Tag an sehr auf die Weihnachts-Abschiedsfeier (vor-)freute, weil dort nebst Liberty auch Orsi aus Göteborg anwesend sein würden.
13.12.2010 – Schlittschuh-Laufen
Veröffentlicht von pscheidemann in Freizeit, Zeit mit Freunden am Januar 14, 2011
Was früher im Dezember laut einem Plan
von Liberty auf meiner Tagesordnung für Göteborg stand, aber nicht umgesetzt wurde, das taten wir heute in Borås: Schlittschuhlaufen. In der Ishallen in Borås, der Heimspielstätte der hiesigen Ice Tigers, liehen wir uns für schlappe 50 (oder 60) schwedische Kronen Schlittschuhe aus und kurvten über die Trainingseisfläche des Clubs und hatten dabei noch fast keine Gesellschaft. Der Typ, der uns die Schuhe ausgeliehen hatte meinte irgendwann, dass er jetzt Mittagessen gehen würde und in etwa einer Stunde wieder da wäre. Ansonsten war nur ein Sicherheitsbeamter außerhalb der Eishalle selbst, also in der Vorhalle mal zu sehen und ein junger Vater mit seinem Baby von Sohn auf dem Eis anwesend. Ein großes Gebrüll unsererseits hatte also praktisch niemanden gestört, bzw. wir konnten unser Geschrei verstehen, weil sonst keiner da war, der großartig herumbrüllt.
Ich selbst hatte zweimal die Lacher auf meiner Seite, wie man so manchmal sagt. Einmal bremste ich am Ausgang von der Eisfläche, wo Jasmin auf dem Eis stand und Stefan und Mario draußen saßen. Sobald ich stand rutschte ich aus mir unbekannten Gründen einfach weg und zwar im Stile einer Person, die auf einer Bananenschale ausrutscht. Binnen Bruchteilen einer Sekunde manövrierte ich mich ohne meinen Standort zu ändern in die horizontale und dann abwärts auf den Boden. Folge: Schmerz & Humor…
Ein anderes Mal wollte ich, dass Stefan ein Foto macht, wie ich gestellt gegen eine Wand krache. Er drückte zwar nicht im perfekten Moment ab, aber dafür warf ich mich etwas zu hart an die Wand, tat mir am Knie weh, legte mich hin, wollte aufstehen, legte mich wieder hin und konnte vor Lachen kaum an mich halten.
Nach dem Eislaufen waren wir dann noch bei Max „Mittag essen“ und teilten uns anschließend auf in Leute, die noch bei Willy’s was einkaufen mussten und Leute, die einfach nach Hause fuhren.
11.12.2010 – Peperoni @ home
Veröffentlicht von pscheidemann in Kulinarisches am Januar 14, 2011
Von uns in Borås kennt jeder wohl das Peperoni, eine Salatbar in der man sich auf recht großen Tellern als Student für vergleichsweise geringe Kosten (50 Kr) einen eigenen großen Salat an einem Buffet zusammenstellen kann. Da man dafür allerdings in der Stadt sein muss hatten wir (irgendwann lange Zeit vorher) beschlossen, einfach mal die Zutaten selbst zu besorgen und die Salate daheim selbst zu machen, bzw. unser eigenes Buffet zu kredenzen.



































































































































































































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